Reiseblog Tunesien #15

Herzlich willkommen zum 15. und gleichzeitig letzten Reiseblog aus Tunesien!

Letzte Woche habe ich euch ein paar meiner Highlight- Fotos gezeigt und euch „versprochen“, dass ich euch diese Woche ein paar Bilder von mir selbst als Fotograf zeige. Normalerweise hole ich ja andere Leute vor den Vorhang, heute heißt es aber:

BÜHNE FREI für Thomas Brunner :-)

Von jedem gibt es ein paar Schnappschüsse vom Urlaub und da ich ja nicht nur zum Fotografieren nach Tunesien geflogen bin, sondern um das Land kennenzulernen, habe ich natürlich auch das Nationalmuseum von Le Bardo in Tunis besucht.

 

Heute ist alles chic, aber vor ein paar Jahren wurde darin Amok gelaufen. Wenn man genau hinschaut, kann man heute noch die Einschusslöcher erkennen. Ein trauriger Anblick! Aber das Bardo-Museum ist einfach einen Besuch wert und liegt rund 4 Autokilometer außerhalb des Stadtzentrums von Tunis.

 

Schaut mal auf deren Seite: http://www.bardomuseum.tn

 

Sidi Bou Said

Wenn Ihr euch noch an einen ganz frühen Blog- Artikel erinnern könnt, war ich auch in Sidi Bou Said. Einem Künstlerdorf außerhalb von Tunis. Die weißen Häuser mit den türkisblauen Akzenten sind absolut typisch für die Region und sind einfach nur schön. Es gibt einen Künstlermarkt, sehr viele Cafés und einen Ausblick über die Bucht von Tunis … zum Dahinschmelzen. Wenn wir wieder uneingeschränkt reisen dürfen, schaut unbedingt dort vorbei und genießt einen „Bambalouni“ an einem der Verkaufsnischen. 



Tunis

Über die Hauptstadt Tunis habe ich euch im Laufe der letzten 14 Wochen Einiges erzählt. Unter anderem auch, dass Tunis namensiebend für Tunesien war, dass es auch in der tunesischen Hauptstadt eine Medina gibt um die ein Souk gebaut wurde. Die Souks müsst Ihr euch unbedingt anschauen, wenn Ihr in einer größeren Stadt im arabischen Raum seid!


Ihr müsst auch einmal ganz früh raus, um den Sonnenaufgang zu genießen! Kauft euch in einem der unzähligen Cafés einen Kaffee und schaut den Leuten zu, wie sie in den Tag starten.

 

Zusätzlich zu dem, wie eine Großstadt erwacht, bekommt Ihr auch einen Sonnenaufgang zu sehen, den Ihr euer Leben lang nicht vergessen werdet! Auch der Sonnenuntergang hat seinen ganz besonderen Reiz!


Wie in jeder Hauptstadt gibt es so wahnsinnig viele Einzelgeschichten, die man im Laufe der Zeit erlebt. Man sieht und erlebt so viele Menschen, wie sie leben, wie sie arbeiten, was sie mögen. Auch ich hatte das Glück, solche Geschichten erleben und fotografieren zu dürfen. Da war ich zum Beispiel unterwegs und hab‘ mich treiben lassen und plötzlich habe ich den jungen Mann, mitten in seiner Werkstatt erlebt. Ein Traum von einem Bild!

Hammamet

Man muss gar nicht mal so genau gelesen haben, aber ich war einige Tage während meiner Reise in Hammamet. Was ich dort alles erlebt habe, könnte halbe Bücher füllen. Ich habe aber auch einen ganz besonderen Menschen erlebt, der uns für ein paar Dinars durch eine ehemalige Stadtvilla, Villa Sebastian, in der sich mal Winston Churchill aufgehalten hat, gezeigt hat. Er hat uns alles über die Villa erzählt und am Ende gab es noch einen Kaffee für uns.


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Reiseblog Tunesien #14

In der vergangenen Woche habe ich euch einiges über die tunesische Küche erzählt. Unter anderem, dass es in Tunesien sehr viele süße Köstlichkeiten gibt. Die bekanntesten Süßspeisen sind Bambalouni, Makroud und Baklava. Alle Speisen sind im arabischen Raum sehr verbreitet. Worum geht es heute? Heute geht es um meine persönlichen Eindrücke von der Reise.

Hafen von Port el Kantaoui
Hafen von Port el Kantaoui

MEINE REISEERFAHRUNGEN:

In Tunis ist immer was los. Egal ob bei Tag, oder bei Nacht. Die Straßen sind von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gesteckt voll. In einem älteren Beitrag habe ich euch schon mal davon gewarnt, dass ihr in der Hauptstadt bitte nicht selbst mit dem Auto fährt. 

 

Wenn ihr mal alleine unterwegs seid, passt bitte auf euch auf. Ich hatte ein paar Diskussionen wegen meiner Kamera. Einer ging sogar soweit, dass ich Bilder löschen musste, auf denen er gar nicht drauf ist. Er stand neben mir, wie ich am Auslöser gedrückt habe. Im Nachhinein wurde mir klar, dass er nur Geld von mir wollte. Das habe ich während meiner 13 Tage ein paar Mal erlebt. In Hammamet hat ein Obsthändler 1 Dinar (umgerechnet rund 30 Cent) von mir gewollt, dass ich dieses Foto von ihm machen durfte:

Obsthänder, Hammamet, Obst, Handel
Obsthänder

Ich bin aber auch auf sehr offene Leute gestoßen. Leider spreche ich weder Arabisch noch Französisch und immer, wenn ich Fotos machen wollte, musste ich mit Händen und Füßen sprechen, um mich verständigen zu können. Das Ergebnis war immer, dass ich mit offenen Armen empfangen wurde. Eines Tages wurde ich sogar in einen Hinterraum gebracht, um Fotos von einem Tischler zu machen, der gerade mitten in den Vorbereitungen für Fassbinden war. 


Einige Fischer haben sogar Deutsch gesprochen. Einer war mit einer Frau aus Deutschland verheiratet und hat auch dort gelebt. Jedoch hat ihn nach einigen Jahren das Heimweh gepackt und er ist wieder nach Tunesien zurückgezogen und verdient sich heute seine Sporen als Fischer. Der Zweite, mit dem ich gesprochen habe, sprach auch sehr gutes Deutsch. Er hat viele Jahre lang in Österreich gelebt und gearbeitet. Auch bei ihm war es nach ein paar Jahren im Ausland so, dass er wieder zurück nach Hause wollte. Beide haben mir erzählt, dass ihnen das unbeschwerte Leben in Tunesien viel besser gefällt, als das Leben in Mitteleuropa, wo alles bis ins letzte Detail geregelt ist. Sie haben mir, nachdem wir uns kurz kennengelernt haben, angeboten, mit Ihnen einen Fisch zu essen. Dieses Fisch habe die Fischern an diesem Tag mit Ihrem Boot aus dem Mittelmeer gefischt haben.


Für einige Fotos habe ich einfach die Kamera in die Höhe gehalten, mit dem Finger hingezeigt und mit meiner Gestik und Mimik gefragt, ob es okay ist, dass ich von ihnen Bilder mache. Ein Besitzer eines Gemüseladens hat sich gleich voll ins Zeug geschmissen und hat mir eine sensationelle Pose angeboten. Selbstverständlich hatte ich meine Kamera zu diesem Zeitpunkt schon perfekt eingestellt, sodass ich ein richtig belichtetes Bild bekommen habe. Ein paar Klicks (Okay, viele Klicks) später in Photoshop und dieses hervorragende Foto kam dabei heraus:

Jetzt zeige ich euch noch ein paar meiner absoluten Highlight- Fotos:




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Reiseblog Tunesien #13

Vergangene Woche habe ich euch zu den Öl- oder Olivenbäumen und zu den Feigenkakteen mitgenommen. Ich habe euch erzählt, dass Tunesien einer der wichtigsten Produzenten von Olivenöl ist und das man Feigenkakteen auch essen kann. Diesmal zeige ich euch Fotos von Straßenleben in Tunesien. 

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Grillhühner in Tunesien

STREETLIFE IN TUNESIEN

Diese Bilder möchte ich euch unbedingt zeigen, da sie zu meinen absoluten Favoriten zählen. Jedoch hat bis jetzt das Thema nicht gepasst. Aber was erzähle ich als Fotograf, der in Tunesien fotografiert hat zu Streetphotography, ohne etwas über die Fotografie zu erzählen? Richtig Ich werde euch wieder was über Essen berichten :-) . Diesmal nicht über Früchte, oder Fisch, sondern von Süßigkeiten. Ich hatte das große Glück, bei Familien zuhause sein zu dürfen und das echte Leben zu entdecken.

SÜßIGKEITEN

Tunesien gehört zu den Top 8 der Mandelproduzenten auf der Welt und deshalb darf sie in fast keinem Feingebäck fehlen. Die Mandel wird für Mandelmilch, Creme, Marzipan, Öl, Mehl und Mus verarbeitet. In einer dieser Arten findet man sie in jeder tunesischen Bäckerei. Süßspeisen stehen im gesamten Orient ganz hoch im Kurs und Tunesien braucht sich da auch nicht verstecken. Neben Mandeln bilden Honig, Pistazien, Orangenblütenwasser und Datteln die Hauptzutaten. Aus diesen Zutaten werden unglaublich süße und sensationell duftende Köstlichkeiten von den Bäckern gezaubert. In jeder Bäckerei liegt Jasminduft in der Luft. Ich sag’s euch, das ist der Wahnsinn! Da ich kein Foodblogger bin, schreibe ich euch keine Rezepte auf, aber ein paar Namen für die Bäckereien zum Nachbacken habe ich schon für euch.

Welche Süßigkeiten gibt es?

Da wären unter anderem:

 

Bambalouni … ich hab so eines in Sidi Bou Said gegessen. Ihr möchtet sowas euer ganzes Leben lang immer weider haben, denn es sind Ringel aus Hefeteig die nach dem Backen in Öl, Zucker und Honig gewälzt werden. Unbedingt noch warm, also ganz frisch genießen!

 

Makroud … besteht aus Weichweizengrieß, Butter, Salz, Dattelpaste, Zimt und natürlich Orangenblütenwasser. Einfach mal im Backofen probieren

 

Baklava .. das ist Blätterteig, der in mehreren Schichten übereinander gelegt wird. Dazwischen wird Dattel- oder Pistazienpaste gefüllt. Das Gebäck wird in Honig getränkt und in kleine Stücke geschnitten.

 

Halva … gibt es in Tunesien überall bei den fahrenden Händlern in den Städten zu kaufen. Halva ist auch als weißer Nougat oder türkischer Honig bekannt. Grundbestandteil sind Sesamsamen, Zucker Honig und Öl

 

Essen ist nich alles. Trinken ist auch ganz wichtig. Unbedingt probieren muss man Pfefferminztee. Er ist sehr stark, äußerst süß und kräftespendend. Wir Europäer haben Pfefferminztee anders im Kopf, als er in Tunesien schmeckt. Unter anderem , weil der Geschmack durch Pinienkerne hervorgehoben wird. Wenn ihr mal dort seid, müsst ihr unbedingt einen probieren!

KÜCHE IN TUNESIEN

Die tunesische Küche ist von vielen Einflüssen geprägt. Untern anderem sind das die Berber, die Araber, die Türken, dir Franzosen und die Italiener. Von jedem der Länder war Tunesien im Laufe der Geschichte besetzt. Grundlage der Ernährung sind Getreide, Nudeln, Grieß, Oliven, Olivenöl, Tomaten, Kartoffel, Kichererbsen, Bohnen und Karotten. Es gibt auch Hammel und Rindfleisch, Fisch und Meeresfrüchte und Huhn. In diesem Land habe ich das beste Grillhuhn in meinem Leben gegessen. Gekauft habe ich es an einem Straßenladen. Unbedingt probieren. Was liegt sonst noch am Teller? Es gibt Couscous und es wird Harissa verwendet. Untern Strick kann man sagen, dass die tunesische Küche so bunt ist, wie das Land selbst.

Jetzt zeige ich euch noch meine Streetphotography- Bilder:





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Reiseblog Tunesien #12

Letzte Woche habe ich euch über den „arabischen Frühling“ in Tunesien berichtet. Die Folge des Aufstandes ist eine neue Ära, in der die Trennung von Religion und Staat sowie die Gleichberechtigung in der Verfassung geregelt sind. Heute widme ich mich einem friedlicheren Thema von Tunesien. Nämlich der Flora und Fauna.

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Ölbäume in Tunesien

Flora und Fauna

Wie ich euch schon mal erzählt habe, ist die Dattelpalme aus Tunesien nicht wegzudenken. Sie ist Wirtschaftsmotor für ganze Regionen und die Dattel ist ein bedeutsames Superfood. Habt ihr seit meinem Blogbeitrag darüber schon eine Dattel probiert ;-)  ?

 

Aber was gibt es in Tunesien außer der Dattelpalme noch zu sehen?

Da gibt es natürlich den Olivenbaum oder auch Ölbaum genannt. Er ist seit vielen Tausend Jahren eine Naturpflanze in Tunesien. Der Ölbaum hat seine Heimat im Mittelmeergebiet, im Nahen Osten und in Südafrika. Lt. Forschungen wurde der Baum seit dem 4. Jahrtausend vor Christus kultiviert. Er wächst in Gebieten ohne extreme Klimabedingungen. Die Jahresmitteltemperaturen sollten von 15-20 Grad liegen und die Niederschläge sollten von 500-700 Liter/m2 liegen. Außerhalb der EU ist Tunesien der größte Olivenölproduzent auf unserem Planeten. Tunesien kann 21 Olivenölsorten zum Verkauf anbieten.


Es geht weiter mit der Kaktusfeige, oder wie sie auch genannt wird: 

Der Sultan der Früchte

Der Feigenkaktus ist eine Kakteenart mit essbaren Früchten, den sogenannten Kaktusfeigen - in Tunesien unter dem Namen „Hindi“ bekannt. Sie ist seit dem 16. Jahrhundert kultiviert und wurde von Mexiko eingeführt. Warum wird sie „der Sultan der Früchte“ genannt? Wegen der vielen positiven Eigenschaften wird sie so genannt. Da ist der Geschmack der Frucht zu erwähnen. Er erinnert an Birnen. Diese exotische Frucht hat eine stachelige Haut, unter der sich das Fruchtfleisch versteckt hält. Das Fruchtfleisch hat für 100 Gramm nur 44 kcal. Das ist ganz schön wenig für Obst. 

Beim Verzehr sollten wir Mitteleuropäer aufpassen, denn die Frucht hat kleine, essbare Kerne. Wenn man zuviel davon isst, kann es zu Verstopfung kommen. Der Kaktus ist übrigens sehr anpassungsfähig und kommt mir sehr wenig Wasser aus. Man kann jedoch auch mit wenig Wasser viele Früchte produzieren. In gewissen Gegenden wird der Feigenkaktus mittlerweile landwirtschaftlich gezüchtet, angebaut und künstlich gewässert. 


Die Frucht kann man roh (aber geschält) essen, man kann sie zu Saft verarbeiten oder Marmeladen werden daraus hergestellt. Auch hier ist wieder die Heilkraft zu erwähnen: Dem Feigenkaktus wird cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben. Ebenso kann er Blutzucker reduzieren und Bluthochdruck regulieren. Angeblich, so berichtet die Yellow Press, hat Karl Lagerfeld seine Diät mit Produkten der Kaktusfeige durchgezogen.

 

Es gibt noch viele weitere Pflanzenarten zu entdecken. Unter anderem kann Tunesien mit Clementinen, Mandeln, Pistazien und vielen weiteren Jahrtausende alte Kultur- Nutz- Würz und Heilpflanzen aufwarten. Je weiter in den Süden man fährt, also je weiter man Richtung Sahara kommt, umso weniger wird die Vegetation. Die Wüste selbst ist nahezu vegetationslos. Entlang der Küste finden sich einige Dornsträucher und Gräser, nur in Oasen wachsen Palmen. Mehr dazu nach meiner nächsten Reise.

jetzt noch ein paar Impressionen:



WIE GEHT´s WEITER?

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Reiseblog Tunesien #11

In der vergangenen Woche habe ich euch Tunis von oben gezeigt. Ich wollte euch unbedingt die moderne Seite dieser lebendigen Großstadt zeigen. Auf manchen Bilder könnte man glauben, dass man in Miami ist :-) . Hoffentlich haben euch die Bilder gefallen. Im heutigen Blogbeitrag befassen wir uns mit der unmittelbaren Geschichte Tunesiens.

Fischer, Tunesien
Fischen in Tunesien

Der arabische Frühling

Im Dezember 2010 zündete sich im inneren des Landes der fahrender Gemüsehändler Mohamed Bouazizi an und starb einige Tage später im Spital. Grund dafür war, dass er alleine für das Einkommen seiner Familie sorgen musste, da sein Vater früh starb. Durch den Verkauf von Gemüse brachte er seine 5 Geschwister und seine Mütter gut über die Runden. Jedoch bekam er den Staat zu spüren, der immer wieder neue Genehmigungen von ihm wollte, sie beschlagnahmten seie Waren, seie Waage schlichtweg alle Arbeitsmittel. Er beschwerte sich über die Umstände. Bekam aber nur Misshandlungen zu spüren.

 

 

In weiterer Folge gab es mindestens 4 Selbstverbrennungen innerhalb von kürzester Zeit gab. Zwei Menschen starben.

 

 

Die diktatorische Tunesische Regierung versuchte alles, dass die Informationen über die Geschehnisse vom Landesinneren nicht an die breite Öffentlichkeit kamen. Das Gelang dank der damals schon vorhandenen sozialen Medien wie Facebook und Twitter nicht. Wegen dieser Nachrichten kam es zu Unruhen und Protesten die sich in Windeseile auf ganz Tunesien ausbreiteten.


Vom 28. Dezember bis zum Umsturz

Bereits einige Tage nach der Selbstverbrennung von Mohamed Bouazizi warnte der damalige „Diktator“ Präsident Zine el-Abidine Ben Ali, dass er gegen gewalttätige Proteste - die sich unabhängig voneinander über das ganze Land ausbreiteten - in aller Schärfe handeln werde. Jedoch ließen sich, vor allem junge, Tunesier nicht davon abhalten, weiter gegen die Diktatur zu rebellieren. Bereits am 10. Jänner 2011 versprach Ben Ali, nachdem er immer mehr unter Druck kam, dass er 30.000 neue Arbeitsplätze für Jugendliche installieren möchte. Gleichzeitig ließ er Militär vor öffentlichen Gebäuden stationieren (Das Verbot, öffentliche Gebäude zu fotografieren, gilt heute noch) und bezeichnete die Unruhen als Akt von Terroristen. Die Proteste weiteten sich auf Rechtsanwälte, Gewerkschaft, Lehrer und natürlich die Opposition aus. Schulen und Universitäten wurden geschlossen. Er herrschten teilweise bürgerkriegsähnliche Zustände. Schüsse fielen!

Am 12. Jänner 2011 flüchtete Ben Alis Frau Leila Ben Ali nach Dubai. Vor Ihrer Flucht bekam sie von Ihrem Mann noch den Auftrag, 1,5 Tollen Gold im Wert von 45 Millionen Eure von der Zentralbank abzuholen und mit Ihrem Fluchtflugzeug aus dem Land zu schaffen. Die musste den Gouverneur der Zentralbank befehlen, dass er 400 Millionen Euro nach Dubai überweisen soll. Damit sollte das finanzielle Auskommen im Exil sicher gestellt werden. 2 Tage später, am 14. Jänner flüchtete Ben Ali selbst nach Saudi Arabien, nachdem er zuvor eine Absage von Frankreich bekommen hatte. 

 

 

Darauf hin wurde seine Sommervilla in Hammamet geplündert, gestürmt und verunstaltet. Es muss eine fantastische Villa mit einem traumhaften Blick aufs Mittelmeer gewesen sein.


Politisch folge eine sehr turbulente Zeit, mit viel hick hack auf alle Seiten, bis schlussendlich im November 2011 eine verfassungsgebende Versammlung abgehalten wurde. Ben Ali uwurden wege Veruntreuung von Staatsvermögen zu 35 Jahren Haft und rund 21 Millionen Euro Strafe verurteilt, später wurde seine Strafe wegen Mitschuld am Tod von Demonstranten auf lebenslänglich verlängert. Erster demokratisch vereidigter Präsident wird Moncef Marouki.

 

 

Am 26. Jänner 2014 wurde die tunesische Verfassung verabschiedet. Grundpfeiler darin sind unter anderem die Staatsform Republik, als Religion der Islam und als Sprache das Arabische. Sie garantiert Gewissensfreiheit und Gleichberechtigung. In den Kammern sollen erstmals im arabischen Raum gleichviel Männer und Frauen sitzen. Ein langer Weg, der an diesem Datum zu Ende ging.

jetzt noch ein paar Impressionen von der Sommervilla in Hammamet:



WIE GEHT´s WEITER?

Ich hoffe, dass euch mein Beitrag heute wieder gefallen hat und ich euch etwas über die jüngere Geschichte von Tunesien vermitteln konnte. Beim nächsten Mal zeige ich euch etwas von der Landschaft im Land, ich zeige euch auf einige Bilder von der ländlichen Flora … Kakteen in freier Wildbahn wird es zu sehen geben.

 

Ihr könnt schon gespannt sein.

 

bis dann,

euer Thomas

 

Und jetzt wieder ein Hinweis in eigener Sache:

Wenn du dir ein Stück vom Orient in dein Wohnzimmer hängen möchtest, schau bitte in meinen Shop, da biete ich einige Motive als Druck an. Wenn du Interesse an weiteren Motiven hast, schick mir einfach eine Mail. Ich freu mich über eine Nachricht von dir!


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